Faszien-Training

Was sind Faszien?

 „Faszien“ =„muskuläres Bindegewebe“

 

Faszien sind das, was jeden Muskel, jedes Organ, aber auch jede Bandstruktur umgibt.


Neuste wissenschaftliche Erkenntnisse haben nachgewiesen, dass das alles umgebende und alles verbindende Fasziennetz (= Bindegewebe) des Körpers eine ungeahnt wichtige Rolle spielt:

  • für die Leistungsfähigkeit eines Sportlers, aber auch
  • in der Prävention und Rehabilitation

Die Faszie passt sich der Bewegung/Belastung an!

Je nach Bewegungsanforderung gibt es sie in verschiedener Dichte und Ausrichtung. Faszien sind wichtig für die eigene Körperwahrnehmung, für das „sich wohl fühlen“ im eigenen Körper.

 


Warum Faszien trainieren?

Gesunde Faszien

Gesunde Faszien haben folgende Eigenschaften:

  • Elastisch
  • Geschmeidig
  • Kräftig
  • Reißfest

Das heißt gesunde Faszien

  • formen den Körper
  • bedingen den jugendlichen/federnden Gang (-> federnd, schwingend)
  • beugen Verletzungen vor (-> Elastizität)
  • lindern bzw. verhindern Schmerzen


Sportliche Höchstleistungen sind nur durch Faszien erklärbar, da die meisten Muskeln einen Teil ihrer Spannung auf die Faszienflächen übertragen!

 

Viele Verletzungen sind Faszienverletzungen!

Nicht leistungsfähige Faszien

Gründe für nicht leistungsfähige Faszien sind:

  • Überbelastung
  • Entzündungen
  • Vernarbungen nach Verletzungen oder Operationen
  • Bewegungsmangel, bei Bewegungsmangel entstehen filzähnliche Strukturen mit
  • "Verklebungen" (Cross-Links)
  • Stress erhöht die negative Grundspannung -> „aus der Haut fahren“!

Wie Faszien trainieren?

Vorneweg muss erwähnt werden:

Faszien werden ein Leben lang gebildet, dh. es ist nie zu spät um mit der Faszien-Bearbeitung ist beginnen! (Nach ca. 2 Jahren haben sich alle Faszienzellen erneuert!)

 

Regelwerk für das Faszientraining:

  • Der Gebrauch formt die Struktur, dh. "Use it or loose it"!
  • Körper erwärmen und während der Übungsausführung halten
  • Variantenreiches Üben
  • Neue Belastungsanforderungen suchen und die davor belastenden Bereiche entlasten
  • Große Bewegungsamplituden, entsprechend des Beweglichkeitsausmaßes des Gelenks
  • Über alle Bewegungsebenen im Raum trainieren

Wichtig für die Bewegungspraxis ist die Bewegungs- und Erlebnisvielfalt.

 

Das Wechseln von Geschwindigkeiten, die Variationen des Impacts, die Veränderung von Abfolgen, die Interaktion von neuen Bewegungsabläufen spielen eine große Rolle.


Wann darf nicht trainiert werden?

Ein Training darf nicht stattfinden:

  • Bei Entzündungen,
  • frischen Operationen,
  • Zerrungen,
  • allgemeinen Unwohlsein

Entzündungen greifen die Bindegewebsstrukturen an, ein zusätzlicher Belastungsreiz würde degenerative Prozesse beschleunigen.

 

Im gesunden, entzündungsfreien und schmerzfreien Zustand sind die Faszien aktiv und können die Kraftentwicklung des Muskels durch freies Gleiten der Strukturen gegeneinander, guten Nährstofftransport und zusätzliche Spannkraft erheblich unterstützen und damit die Bewegung verbessern.

 Sind die Schmerzrezeptoren aktiv und senden Schmerz, verringert sich die Mithilfe der Faszien.

 

Viele kennen das vielleicht aus eigener Erfahrung:

Ist z. B. der untere Rücken aktuell schmerzbesetzt (hier ist das Bindegewebe sehr stark mit Schmerzrezeptoren besiedelt), werden die Muskeln fest. Jedes Bücken oder dynamisches Bewegen wird vermieden oder aber mit geradem Rücken durchgeführt. Bei jeder Bewegung wird ein Mitwirken der Faszien vermieden.